Hell Over Hammaburg 2020 Vorbericht

Am 06.03.2020 fällt erneut die Hölle über Hamburg herein, wenn in der Markthalle zum Hell Over Hammaburg 2020 geladen wird. Zwei Tage Indoor-Festival mit grandios abwechslungsreichem Line-Up und zwei Headlinern, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Nifelheim und Visigoth. Ausverkauftes Haus spricht für die Begeisterung, die das Festival mittlerweile auslöst.

Das Hell Over Hammaburg geht dieses Jahr in die 8. Runde und wir wollen mal hoffen, dass uns Corona keinen Strich durch die Rechnung macht. Wie mittlerweile nicht mehr unüblich geht auch diesem Festival eine Warm-Up Party voraus, die es mindestens so in sich hat, wie die eigentliche Veranstaltung.

Warm-Up

Die Warm-Up Party am Donnerstag, 5. März war eigentlich im Bambi Galore angesetzt, wurde aber angesichts des Zuspruchs mittlerweile in den größeren Kronensaal verlegt. Da der Schwerpunkt auf Bands mit überschaubarer Diskografie liegt, erwarten wir kurze aber heftige Sets. Genau was beabsichtigt ist: Aufwärmrunden vor dem Wettkampf.

Iron Kingdom (CAN)

Los geht es mit Power Metal amerikanischer Machart. Dank deutlich gesteigertem Cover-Artwork haben es die letzten beiden Alben in meine Sammlung geschafft. „Ride For Glory“ konnte mich noch nicht restlos überzeugen – insbesondere die Vocal sind/waren Stein des Anstoßes. Bei „On The Hunt“ ist ein deutlicher Schritt nach vorne zu verzeichnen. Live ist das sicher nochmal eine ganz andere Nummer.

Prognose: IN THE AUDIENCE

Midnight Force (SCO)

Als zweites sollen uns die Schotten von Midnight Force einheizen. Bisher nur oberflächlich reingehört. Musikalisch ist hier ein klarer NWOBHM/Maiden Einschlag zu verzeichnen. Vocals und Lyrics bringen einen deutlichen Epic Metal Einschlag mit rein. Hat definitiv Potenzial.

Prognose: IN THE AUDIENCE

Sabïre (AUS)

Es gibt ja dann und wann so Bands um die ein riesen Hype gemacht wird ohne das bisher der Nachweis erbracht ist, dass die Begeisterung nachhaltig sein wird. Aus Sabïre und deren „Acid Metal“ hat man bereits nach lediglich einem Album (oder eher einer MLP) einen derartigen Mythos gestrickt. Mehr Merch als Musik hat ja durchaus auch Risikopotenzial! Ich bin da aber auch nicht ganz unschuldig. Auf meinen diversen Kutten haften auch schon die einschlägigen Patches. Sei es drum…hier stehen die Zeichen auf Vollgas. Wir freuen uns auf einen großartigen Auftritt.

Prognose: FRONT OF STAGE

Riot City (CAN)

Als abschließendes Highlight ist der Auftritt der kanadischen Newcomer von Riot City vorgesehen. Deren Debut Album „Burn The Night“ ist eine Granate und wird live vorgetragen sicher zum umfänglich Abriss führen.

Prognose: FRONT OF STAGE

Freitag

Zur Markthalle ist ja nicht mehr viel zu sagen. Es handelt sich nicht umsonst um eine der beliebtesten Konzert-Locations in Deutschland. Um 14:00 Uhr sollen die Türen aufgehen. Um 16:00 Uhr startet die Musik. Am Freitag wird nur die Hauptbühne bespielt. Am Samstag geht es dann auch im Nebenraum, dem Marx, zeitlich versetzt zur Sache. Das bedeutet potenziell sich für das eine oder andere Konzert entscheiden zu müssen. Vorweg dürfte sich das nur zu einer Gelegenheit als Problem rausstellen.

Traveler (CAN)

Der Opener hat es ja üblicherweise nicht leicht aber diese Traditional Metal Kapelle hat ja mit ihrem Debüt-Album dermaßen abgeliefert, dass die Anwesenden vor der Bühne sicher sofort bei der Sache sind. Vielleicht ist ja auch schon Material vom Nachfolger „Termination Shock“ am Start.

Prognose: FRONT OF STAGE

(Dolch) (DEU)

Hier haben wir wieder so eine obskure Band für Feinschmecker. Kein Name, nur ein Logo. Kann man mögen, muss man nicht. Ich prophezeie kurzes Reinhören und den anschließenden Besuch am Merch und vor allem an der Bar.

Prognose: BAR

Joseph Toll (SWE)

Danach hebt sich die Stimmung absehbar. Tausendsassa Joseph Toll spielt solo auf (bevor er dann noch einen Tag später mit Robert Pehrsson in Erscheinung tritt). Enforcer, Black Trip/VOJD…und, und, und. Langweilig ist dem Mann sicher nicht. Mal abwarten wie sein Classic-/Hard Rockiges Programm so ankommt. Der Termin ist Pflicht…abwarten ob es uns in Gänze mitreisst.

Prognose: IN THE AUDIENCE(+)

Joseph Toll mit Black Trip, Rock Hard Festival 2016

Vemod (NOR)

Modernder (vielleicht muss man sogar zeitgenössischer sagen?) Black Metal ist angesagt. Ich gehe mal davon aus, dass das auf keinen Fall konsensfähig ist und es uns Richtung Bar zieht bzw. irgendwann müssen wir ja auch mal was essen…but you never know.

Prognose: BAR

Argus (USA)

Auf diese Band freue ich mich besonders, seitdem ich mir die letzten drei Alben anhören konnte. Feinster Epic Metal zum Faust recken und zuprosten. Ich hoffe auf beste Stimmung im Publikum und offenbare damit natürlich, dass das ein Pflichttermin ist.

Prognose: FRONT OF STAGE

Nifelheim (SWE)

Auf dieses Konzert bin ich mal gespannt. Diese Band ist ja fast legendär. Ich konnte mir die Jungs im Dezember zum ersten Mal live ansehen und hab mich noch Stunden danach gefragt welcher akkustische und optische D-Zug über mich gerauscht ist. Der Sound ist natürlich nicht unanstrengend und mal abgesehen davon, dass man sich auf den Kult um die Band einlassen muss, gehört ein Öhrchen für Black/Thrash schon dazu. Dass diese Dinge in unserer Truppe flächendeckend ausgerollt sind, wage ich zu bezweifeln. Könnte also zu einem Split führen…

Prognose: FRONT OF STAGE / BAR

Nifelheim, Backstage München Dezember 2019

Metal Disco

Im letzten Jahr haben wir diesen Programmpunkt sausen lassen. Auf dem Hotelzimmer entbrannte stattdessen eine Jack Daniel’s getränkte und zuweilen hitzig geführte Fachdiskussion zu Hammerfall. Bin gespannt, was uns dieses Jahr an dieser Stelle erwartet.

Samstag

Am Samstag öffnen sich die Tore der Markthalle eine halbe Stunde später. Je nach Verlauf der vorherigen beide Tage vielleicht trotzdem noch zu früh. Puffer ist zwar vorgesehen aber auch das Programm startet bereits um 15:30. Jetzt muss die Anwesenheit auch zwischen den beiden bespielten Bühnen koordiniert werden.

Midnight Dice (USA), Main Stage

Erste Europa Show dieser Traditional Metal Band, die aus Satan’s Hollow hervorgegangen sind. Vorschusslorbeeren scheinen angebracht. Wir sind gespannt.

Prognose: IN THE AUDIENCE (OR MAYBE STILL IN BED)

Horns of Damnation (DEU), Marx

Diese Band hat bisher nicht unsere Aufmerksamkeit gewinnen können. Den Beschreibungen nach, die man so findet, wird der Tag im Marx – der kleineren Bühne – aber mit ziemlichem Geballer aus der Black Metal Ecke eröffnet. Das wir uns dafür ins Marx verirren sehe ich noch nicht.

Prognose: BAR

Ultra Silvam (SWE), Main Stage

Kurz nachdem Horns of Damnation Stage Time im Marx haben, sollen Ultra Silvam auf der Hauptbühne loslegen. Dem Promo-Material zu urteilen wird hier auch ein schwarzmetallisches Inferno abgefackelt. Unsere Synthese dieser akkustischen Dialektik der beiden Bühnen dürfte ein längerer Aufenthalt an der Bar bzw. am Merch sein.

Prognose: BAR

Haunt (USA), Main Stage

Pflichttermin vor der Hauptbühne. Das ist jetzt das dritte Mal, dass ich Haunt live sehen kann und die beiden Male vorher haben sie völlig zurecht bestätigt, was ihr Album/EP-Material verheißen hat – mitreissender rockiger traditioneller Metal Sound, der auf und vor der Bühne ordentlich nach vorne peitscht. Auch wenn eine Alternative existiert, stellt sich hier die Frage nicht.

Prognose: FRONT OF STAGE

Haunt, Frost & Fire IV Festival, Ventura, CA

Bütcher (BEL), Marx

Man kann auch mal Pech haben. Diese Terminüberschneidungen sind manchmal echt uncool (s. letztes Jahr Gatekeeper vs. Night Demon; davor soll Visigoth vs. Atlantean Kodex auch nicht schön gewesen sein). Während im Slot vorher weder Horns of Damnation noch Ultra Silvam echte Anziehungskraft haben, treten nun Haunt und Bütcher mehr oder weniger zeitgleich an. Seitdem ich die LP im Plattenladen (Hellion Records, not sponsored) in die Hand gedrückt bekam, wollte ich diese Belgier mal auf der Bühne sehen. Dieser rotzige Speedmetal mit Black/Thrash Anleihen hat einfach was. Well, es wird hoffentlich noch eine andere Gelegenheit geben. Aber Merch nehm ich sowas von mit…

Prognose: MAIN STAGE (Es sei denn, Haunt verreissen. Unwahrscheinlich.)

Robert Pehrsson’s Humbucker (SWE), Main Stage

Wieder tritt man auf der Hauptbühne und im Marx fast zeitgleich an. Dieses Mal ist es aber einfach. Dank des Auftritts auf dem Rock Hard Festival 2017 wissen wir, was uns erwartet. Bei dieser Classic-/Hard Rock Melange ist ausgelassene Stimmung vorprogrammiert und deswegen stellt old-school Death Metal auf der Nebenbühne auch keine Konkurrenz dar.

Prognose: FRONT OF STAGE

Robert Pehrsson‘s Humbucker, Rock Hard Festival 2017

Sijjin (DEU), Marx

Ziemlich neue Band mit quantitativ vergleichsweise dünnem Material. Vor diesem Hintergrund darf sich die Band über einen erstaunlich späten Slot freuen. Hat sicher damit zu tun, dass die Band aus namhaften Undergroundmusikern besteht. Ich war versucht mir vorab das Tape zu kaufen und dachte dann aber, „lass mal“. Warum? Weil Tape!

Prognose: MAIN STAGE

Bellrope (DEU), Main Stage

Bisher unbekannte Kapelle. Wenn ich aber die wesentlichen Soundcharakteristika lese, „Noise, Doom, Sludge, Trance & Terrorismus“ meine ich einen heißen Kandidaten für ein Päuschen an der Bar oder am Verpflegungsstand ausgemacht zu haben. Ich zitiere weiter: „das muss man mal erlebt haben.“ Glaube ich (noch) nicht.

Prognose: BAR

Imha Tarikat (DEU), Marx

Deutlich zeitversetzt wird im Marx wieder angeheizt. Getreu dem Festivalnamen gibt sich auch mit Imha Tarikat eine Black Metal Combo die Ehre (ja jut, es heisst halt auch nicht Trueness Over Hammaburg). Das dürfte der nächste Druck auf den Skip Button sein. Andererseits muss man sich ja auch noch mal stärken, vor dem Endspurt.

Prognose: BAR

The Gates Of Slumber (USA), Main Stage

Die Erwartungen sind hoch – hoffentlich nicht zu hoch. Sechs Jahre nach ihrer Auflösung wagen die Jungs ohne das verstorbene Mitglied Jason McCash ein Comeback. Könnte legendär werden…So wie mein Merch-Einkauf, wenn die genug mithaben! Ob alle aus der Truppe vom Doom Metal der Herren aus USA gleichermaßen begeistert sind – da lege ich mich noch nicht fest.

Prognose: FRONT OF STAGE/BAR

Mythic Sunship (DNK), Marx

Die dänischen Nachbarn von Mythic Sunship machen im Marx den Deckel drauf. Dazu nehmen sie anscheinend instrumentellen Space Rock o.ä. Das ist ganz hervorragend, weil uns das von dem bereits angesprochenen Dilemma der Vorjahre befreit, die letzte Band im Marx zu sehen oder rechtzeitig in der Haupthalle für den Headliner aufzutauchen. Sorry guys, das mit uns wird wahrscheinlich nichts.

Prognose: BAR

Visigoth (USA), Main Stage

Es wird dann der absolute Höhepunkt folgen. Was sich mit „The Revenant King“ abzeichnete wurde mit „Conqueror’s Oath“ veredelt. Die Band ist DER Pflichttermin im Bereich (epischer) Power Metal. Die Energierleistung, die Frontmann Jake Rogers immer wieder auf der Bühne erbringt ist schon bewundernswert. Auch bei diesem Konzert wird es ihm eine textsichere Gefolgschaft mit bruchfreier gesanglicher Untermalung vergüten. 2018 noch im Marx vor Atlantean Kodex an den Start gegangen, sollen sie nun völlig zurecht das letzte Glanzlicht auf das Hell Over Hammaburg 2020 setzen. Es ist angerichtet. Stimme ölen und dann…“By Steel, By Silver…I SLAY…!“

Prognose: FRONT OF STAGE (könnte aber ein bißchen eng werden)

Visigoth, Frost & Fire IV, Ventura, CA

Wir hoffen, dass das Festival ohne Einschränkungen steigen kann, freuen uns schon tierisch, rätseln bereits welche Shirts zu tragen sind, rüsten die Kutten nochmal auf und werden berichten welche Band die Erwartungen erfüllt, übertroffen oder vielleicht auch gnadenlos unterlaufen hat. Impressionen gibt es wie immer auf dem Instagram Kanal (mm).

Share it and follow us: