Festival-Bericht: So war das Hell Over Hammaburg 2020

Das achte Hell Over Hammaburg war erneut ein rauschendes Fest. An zwei Festivaltagen am Freitag, 6. und Samstag, 7. März ließen insgesamt 22 Bands in der Hamburger Markthalle und einem Warm-Up am Donnerstag davor im Billstedter Kronensaal/Bambi Galore die Heavy Metal Hölle über die Hansestadt hereinbrechen.

Dass hier ist sicher kein Festivalbericht wie jeder andere. Kaum zu glauben, dass wir noch vor kurzem (weitestgehend) ausgelassen unserer Musik gefrönt haben und nun mit einer schier unendlichen Kaskade an Absagen und Verschiebungen von Konzerten und ganzen Festivals konfrontiert sind. Ich bin durchaus hin und her gerissen. Auf der einen Seite konnte ich mir meine Begeisterung über das zurückliegende Festival-Wochenende lange bewahren. Auf der anderen Seite musste ich gerade die missliche Lage diverser Veranstalter, allen voran des Up The Hammers in Athen verfolgen.
Dabei ist mir durchaus bewusst, dass uns das genauso hätte treffen können.

Ohne ein Wort zur Corona-Krise komme ich gefühlt nicht aus.
Natürlich war die Teilnahme an der achten Ausgabe des Hell Over Hammaburg nicht ohne Zweifel. Als sich die Nachrichten zu Überlegungen verdichteten, größere Veranstaltungen abzusagen, wurde in unserer Truppe natürlich auch diskutiert, ob das Festival stattfindet. Der andere offensichtliche Gedanke war, was wenn man sich dort ansteckt und den Virus nach Hause einschleppt? Das kann natürlich über die nächsten Wochen an jeder Ecke passieren – aber rechtfertigt ein Metal-Festival wirklich sich der entsprechenden Gefahr bewusst auszusetzen? Am Ende haben wir uns nochmal informiert wie das persönliche Risiko eingedämmt werden kann und nachdem von Seiten des Veranstalters grünes Licht angezeigt wurde, sind wir dann auch genauso vergnügt in die drei Festivaltage gestartet wie immer. Im Nachhinein bin ich der Meinung, dass man den Leuten eine gewisse Vorsicht angemerkt hat und auf den Toiletten wurde sich überaus gewissenhaft die Hände gewaschen. Ansonsten war es eigentlich business as usual. Also stand einer ausgelassenen Feier nichts im Weg. Wir sind uns bewusst, Glück gehabt zu haben. Eine Woche später und wir würden jetzt genauso wie viele andere auf den Trümmern eines Heavy Metal-Wochenendes sitzen. Aber…so weit kam es ja zum Glück nicht.

Wir hatten uns im Vorfeld einen Plan zurechtgelegt, wem wir eher anerkennend von den Rängen zunicken wollten oder für wen beabsichtigten uns in Getümmel zu stürzen. Zeit die Prognosen zu überprüfen.

Donnerstag, 5. März 2020

Hell Over Hammaburg Warm-Up, Bambi Galore (Kronensaal)

Iron Kingdom (CAN)

Bis wir mal alle im Hotel versammelt hatten und in Richtung Billstedt abreisen konnten dauerte es etwas. In der Folge kamen wir gerade pünktlich um der ersten Band komplett zu lauschen. Die bisherige Performance von Iron Kingdom würde ich auf CD als durchwachsen bezeichnen. Insbesondere die Vocals fand ich auf den Studioversionen nicht immer umfänglich überzeugend. Die Hoffnung/Vermutung war, dass live bestimmte Störfaktoren nicht so durchschlagen. So war es dann auch. Die Band hat ihren kanadischen Power Metal souverän vorgetragen und damit dem bereits in starker Zahl vertretenen Publikum ordentlich eingeheizt. Das Fazit fiel positiv aus, auch wenn das gewisse Etwas fehlte. Die Truppe war aber echt sympathisch, weswegen ich nur zu gerne am Merch-Stand zugeschlagen und meine Album Sammlung mit den ersten beiden CD vervollständigt habe. Ein Bandshirt und ein Patch wanderten auch noch in meinen Besitz.
Prognose: IN THE AUDIENCE; Live: RIGHT THERE IN THE AUDIENCE

Iron Kingdom (CAN)

Midnight Force (SCO)

In die Band hatte ich vorher dem Festival ja nur kurz reingehört. Ob das bei uns zünden würde stand also nicht fest. Fazit: zündete nicht. Kurz reingehört und sacken gelassen, wurde gleichwohl beschlossen Merch und Bar unsicher zu machen. Vielleicht gibt es irgendwann nochmal eine Möglichkeit sich mit der Band auseinanderzusetzen.
Prognose: IN THE AUDIENCE; Live: NOPE…MERCH & BAR

Midnight Force (SCO)

Sabïre (AUS)

Hier stand ja eine Frage im Vordergrund: ist der Hype berechtigt oder erwartet uns da eine Luftnummer. Fazit: Der Hype ist berechtigt! Sabïre haben uns mit ihrem „Acid“ Metal ordentlich eingeheizt, der mal rock’n’rollig, mal heavy und stets mit gute Laune daher kommt. Neben der kauzigen Stage-Performance und dem Mescal-gefüllten Super Soaker (ich bin ja immer noch der Meinung es war Tequila) lebte der Auftritt von der Begeisterung des Publikums. So heizten sich Stage und Crowd gegenseitig ein und man kann nur bedauern, dass die Jungs zwischenzeitlich auch ihre Tour abbrechen mussten. Wenn diese Band nochmal bei euch vorbei schaut: unbedingt ansehen!!
Einzige Enttäuschung: das Bandshirt vom mexikanischen Shop Burning Leather (not sponsored) mit der genialen Umsetzung ihres MLP Cover Artworks war nicht am Start. Weil wir die Band dennoch unterstützen wollten, wanderten sowohl die neue 7″ Single und eins der grottigsten und zugleich kultigsten Bandshirts, die ich besitze, in meinen/unseren Besitz.
Prognose: FRONT OF STAGE; Live: RIGHT THERE, AT THE FRONT!

Riot City (CAN)

Diese Band war als kanadisches Tandem mit Traveler angetreten und sollte nun das Warm-Up beschließen. Auf das Debüt-Album wurden ja regelrechte Lobeshymnen angestimmt. Die Frage lautete aber, kann diese noch vergleichsweise frische Band als „Headliner“ nach einem Abriss wie von Sabïre noch einen draufsetzen? Zu unserer Überraschung konnten die das! Komplettes Kontrastprogramm. Schnörkellos vorgetragene Metal-Kracher, mit der DNA von Judas Priest, sorgten dafür, dass die Stimmungskurve keinen Knick erhielt. Im Gegenteil.
Merch-Ausbeute: Kombi-Tourshirt Traveler/Riot City und ein einzelnes Riot City Shirt.
Prognose: FRONT OF STAGE; Live: SORT OF…AT THE SIDE!

Im Keller des Bambi Galore war bei der nicht ganz so gut besuchten Aftershow-Party dann auch das Diskussionsthema, wie man bloß das eigentliche Festival überleben sollte, wenn das Warm-Up einen bereits derart an die Grenzen brachte.

Freitag, 6. März

Traveler (CAN)

Als Festivalopener gaben sich Traveler die Ehre. Die Markthalle war, wie üblich beim Hell Over Hammaburg, bereits zur ersten Band sehr gut besucht, weswegen die Kanadier quasi zum Start schon volles Haus hatten. Und das Haus ging mit. Traveler hatten auch ihr Debüt- und Demomaterial am Start, das ja beste Kritiken eingeheimst hatte. Einen Song vom in Kürze erscheinenden zweiten Album spielten sie auch. Energiegeladen und die feierbereite Menge abholend spielten sie eine Show an der sie selber sichtlich Spaß hatten. Der persönliche Dank folgte in Form eines Shirt-Kaufs.
Prognose: FRONT OF STAGE; Live: NAH, DID NOT MAKE IT. JUST AUDIENCE.

Traveler (CAN)

(DOLCH) (DEU)

Tja, das mit (DOLCH) ist ja so eine Sache. Das Hell Over Hammaburg präsentiert ja immer ein musikalisch diverses Line-Up und so finden sich auch immer zahlreiche Black, Death und Doom etc. Bands auf dem Billing. Das ist auch gut so und als Fan dieser Musik sehe ich mir das auch gerne an. Nach so einer Gute-Laune-Performance wie von Traveler ist eine Band wie (DOLCH), von denen man nur in Nebel gehüllte Silhouetten sieht, zwar ein imposanter Anblick. Der avantgardistische Sphären (Black) Metal wird dann aber zum echten Downer. Musikalisch ist das schon interessant. Ich hab mir das am nächsten Morgen im Hotelzimmer nochmal angehört und bin da echt nicht abgeneigt. Aber live hat uns das erwartungsgemäß aus der Halle getrieben.
Prognose: BAR; Live: DEFINETLY BAR

(DOLCH) (DEU)

Joseph Toll (SWE)

Dann folgte aber mit Hans-Dampf-In-Allen-Bands Joseph Toll – hier mit dem Material seines Solo-Albums – eines unserer nächsten Highlights. Vom Stil her weder V.O.J.D. noch classic-rockig wie mit RP’s Humbucker konnte der gute Joseph uns dennoch mitreissen und wir feierten das Konzert anschließend ziemlich ab. Mit Blick darauf, dass Robert Pehrsson ihn an der Gitarre begleitete fiel der Spruch: „Pass auf, morgen steht die gleiche Band auf der Bühne, nur das der Pehrsson singt.“ Eine Anekdote ganz anderer Art entwickelte sich nach dem Merch-Kauf. Schallplatte und ein Shirt wechselten die Besitzer. Wenn Joseph Toll dachte, sein Arbeitstag sei beendet gewesen, hatte er nicht mit der Energie gerechnet, mit der @pmanderfeld Unterschriften jagt. Einen gemeinsamen Besuch auf der Toilette später (je nach Erzählung beim rein- oder rausgehen) fand sich dann auf einer LP tatsächlich die Unterschrift des Maestro.
Prognose: IN THE AUDIENCE; Live: FRONT OF STAGE

ARGUS (USA)

Auf diese Band hatte ich mich sehr gefreut. Right up my alley würde der Angelsachse meine Beziehung zur dieser Art des Epic Doom wohl bezeichnen. Deswegen war ich auch vom Konzert restlos begeistert. Die Band spielte sehr ordentlich auf. Frontmann Butch Balich zog es denn auch mehrfach in den Fotograben zu den Fans und schien sichtlich Freude am Auftritt zu haben. Mit fortschreitendem Gig verlor ich zusehends das argumentative Gefecht, dass beim Schwerpunkt auf „Doom“ statt auf „Epic“ die Stimmung leiden kann und sich so ein Auftritt mitunter zieht…und die Bar verlockender wirkt. Sei es drum, ich hab es durchgezogen. Das Shirt sah leider nicht ganz so anziehend aus. Dafür gab es einen riesigen(!) Patch und die Alben der Band auf Vinyl. Mit den üblichen Atü auf dem Kessel, den man zu dieser Tageszeit auf dem Festival schon mal haben kann, gab es beim Plattenkauf ein schönes Durcheinander – der Band kann es aber ja egal sein. Verkauft ist verkauft!
Prognose: FRONT OF STAGE; Live: LET’S CALL IT…SIDE OF STAGE

Nifelheim (SWE)

Der erste Festivaltag neigte sich dem Ende zu und es war angerichtet, damit die Zwillingsbrüder „Tyrant“ und „Hellbutcher“ Gustavsson das anwesende Publikum dem Erdboden gleichmachen. Und das haben sie dann auch in bewährter Manier erledigt. Was mir nun auffällt, da ich die Band in kürzester Zeit zweimal gesehen habe, ist, wie professionell die Band zur Sache geht – bedenkt man, was das eigentlich für eine Rumpelkapelle ist. Die Stimmung im Publikum schwankte zwischen voller Einsatzbereitschaft und „muss man mögen aber ist halt Kult“. Wie befürchtet konnte die Band bei unserer Truppe den Spannungsbogen nicht komplett halten, was im Zusammenhang mit dem immer präsenteren Hungergefühl dazu führte, dass wir uns vor Ende des Gefechts vom Schlachtfeld zurückzogen. Merch-technisch war die Band überraschend schlecht aufgestellt. Bei der Tour im Dezember konnte ich noch mit zwei Shirts und zwei Patches ordentlich zuschlagen…an diesem Abend war nix dolles dabei.

Nifelheim (SWE)

Samstag, 7. März 2020

Der zweite Tage des Hell Over Hammaburg bedeutet auch, dass eine zweite Bühne zur Verfügung stand. Ins Marx gehen gefühlt 50 Personen rein und die Auftritte überschneiden sich generell mit denen der Bands auf der Hauptbühne. Long story short…auch in diesem Jahr haben wir die Existenz des Marx zur Kenntnis genommen – uns aber nicht hinein verirrt.

Midnight Dice (USA)

Der Samstag begann mit einem Paukenschlag und der größten Überraschung durch eine Band, an die ich mich in letzter Zeit erinnern kann. Angekündigt durch den Veranstalter war die Band ja als aus der gefeierten aber von kurzer Lebensdauer gebeutelten Formation Satan’s Hallow hervorgegangen. Mit Blick auf zwei Festivaltage, die wir bereits in den Knochen hatten, lief die Diskussion wie jedes Mal in Richtung „schauen wir mal, ob wir die erste Band schaffen.“ Geschafft haben wir es auch – wenn auch nicht ganz pünktlich. Weswegen wir uns in eine gut gefüllte Markthalle nach vorne drängen mussten. Auf dem Weg hinein haben wir mal am Merchstand der Band nachgeschaut und festgestellt, dass das Debüt-Tape offenkundig bereits ausverkauft war, bevor die Kapelle überhaupt auf der Bühne gestanden hatte – Respekt! Damit man unsere Faszination für das Geschehen auf der Bühne verstehen kann, muss ich auf „Audio“ und „Video“ separat eingehen. Die Mitglieder der Band wären als stereotype Außenseiter-Charaktere einer amerikanischen Teenie-Kommödie als unglaubwürdig, weil völlig überzeichnet durchgefallen. Aber ganz im Geiste solcher Filme taten sie sich zu einer Band zusammen und wurden nun als absolute Rockstars gefeiert. Eine Rolle, in der sie sich bis dato noch nicht gesehen hatten und die sie auch noch nicht ausleben konnten. Auf der Bühne war von einer eingespielten Stageperformance nichts zu sehen und nachher an der Bar waren sie von dem Anklang den sie fanden überrascht und wirkten auch fast ein bißchen eingeschüchtert. Das machte den Charm der Sache aus. So wie die musikalische Darbietung. Frontfrau Mandy Martello trieb die Menge mit ihrer kräftigen und melodischen Stimme an, während Basser Jose Salazar seine Finger in beeindruckender Geschwindigkeit über die Seiten flitzen ließ. Da Gitarre und Schlagzeug Schritt halten konnten, ergab sich ein beeindruckendes Klangbild und eine mitreissende traditionelle Heavy Metal Show deren Highlight sich im vorletzten Lied in Form eines Covers von Iron Maiden’s „Flight of Icarus“ äußerte – Gänsehaut. Klar: Shirt gekauft und die 7″ steht auch unterschrieben im Schrank. Hoffentlich machen die so weiter – dann könnte das ein schwermetallischer Quell der Freude werden. Unbedingt anhören und ansehen!
Prognose: IN THE AUDIENCE (OR IN BED); Live: YEAH, WE MADE IT!

Midnight Dice (USA)

Haunt (USA), Main Stage

Nachdem uns die beiden Totenkapellen im Slot vorher eine willkommene Pause bescherten, die wir nutzten um uns mit Midnight Dice zu unterhalten, wartete der nächste Pflichttermin in Form von Haunt. Frontmann Trevor erntete kein Mitleid als er feststellte, dass dies nun das letzte Konzert der Tournee sei (gutes Corona-Timing!) und man nun nach Hause zurück müsse – nach Kalifornien! Als wolle man nochmal einen gelungenen Schlusspunkt setzen spielte die Band ein gut gemischtes Repertoire ihrer diversen Veröffentlichung – allen voran dem neusten Album „Mind Freeze“. Frost & Fire IV, Heavy Hamburg Halloween 2019 und jetzt Hell Over Hammaburg Vol. 8. Drei Konzerte hatte ich bis dato gesehen und immer war die Band gut drauf und kam gut beim Publikum an – mal sehen ob es für sowas wie einen Durchbruch reicht. Die Merchauswahl war vortrefflich aber für mehr als einen Patch hat es nicht gereicht, weil ja noch ein anderes Fanartikel-Dickschiff im Hafen lag, dass sich berechtigt Hoffnung auf den Inhalt meines Portemonnaies machen konnte. räusperVisigothräusper
Prognose: FRONT OF STAGE; Live: RIGHT THERE IN THE FRONT

Haunt (USA)

Robert Pehrsson’s Humbucker (SWE), Main Stage

Wie war das am Tag zuvor noch? „Pass auf, morgen steht die gleiche Band auf der Bühne, nur das der Pehrsson singt.“ Und genau so kam das auch. Die Musiker kommentierten diesen Umstand mit „a smart thing to do“ und einem süffisanten Lächeln. Uns war es egal – deutlich rockiger als Joseph Toll in Verantwortung am Vortrag spielte die Band nun das Material von Robert Pehrsson. Unterm Strich war es genauso eine Gute-Laune-Veranstaltung wie am Tag zuvor. Als ordentliche Danksagung kauften wir das jüngste Album und sammelten fleissig Unterschriften, auch wenn Bass und Schlagzeug völlig richtig darauf hinwiesen, dass sie nicht auf dem Album gespielt hätten. Das ließen wir wiederum mit biergeschwängerter Stimme nicht als Argument gelten und leisteten mit „don’t care, you played here“ anscheinend auch ausreichend Überzeugungsarbeit.
Prognose: FRONT OF STAGE; Live: FRONT OF STAGE

Rober Pehrsson’s Humbucker

The Gates of Slumber (USA), Main Stage

Wie im Vorbericht geschrieben dürfte man gespannt sein, wie angesichts der Vorgeschichte der Auftritt gelingt. Nur, wie sah eigentlich diesbezüglich der Maßstab aus?? Die Band unterlag musikalisch der gleichen Herausforderung wie Tags zuvor Argus. Mit Doom Metal Stimmung machen zu wollen kann eine echte Herausforderung sein. Klappte bei uns auch nicht. Die Menschen vor der Bühne schienen aber ganz angetan zu sein und gingen ordentlich mit. Der Band muss es auch gefallen haben, denn was man so liest, hat man sich wohl entschieden weiter zu touren. Also Glückwunsch an The Gates of Slumber zur Auferstehung. Merch-technisch ist noch Luft nach oben. Das meine irrationale Hoffnung auf den Backkatalog auf Vinyl nicht erfüllt wurde, sorgte nicht für übermäßige Überraschung. Das Shirt war mit Blick auf die genialen Cover-Artworks aber schon mau. So blieb es bei einem Patch.
Prognose: FRONT OF STAGE/BAR; Live: IN THE AUDIENCE

The Gates Of Slumber (USA)

Visigoth (USA), Main Stage

Als letzte Band riefen Visigoth zum Grande Finale zu den Bannern. Schon unglaublich, dass die noch vorletztes Jahr das Marx zum platzen bringen mussten und jetzt als Headliner auf der Bühne standen. Die Band schien bei bester Laune zu sein. Fragte man sie unter der Hand wurde ein gewisser Respekt vor dem Headline Slot eines solchen Billings angedeutet. Davon war dann schon mit den allerersten Klängen nichts zu merken. Das Material der Band hat kaum Schwächen, ist aber nicht so zahlreich, dass es bei einer derart langen Show viele Auswahlmöglichkeiten gibt. Die Setlist bestand somit nicht nur aus allen Krachern, die die Fans einfach erwarten (cool, wenn du das als Band von zwei Alben schon sagen kannst) sondern auch aus lange nicht gespieltem Demo-Material und Songs die zum ersten Mal live dargeboten wurden („Vengeance“). Souverän wurde auch das Malheur einer gerissenen Gitarrenseite überspielt um dann final mit dem großartigen „Traitor’s Gate“ die achte Ausgabe des Hell Over Hammaburg zu beenden. Mein Merch-Beutel quoll da schon über. Ich hatte bereits im Online Shop lange mit den Dungeon Master und Mammoth Rider Shirts geliebäugelt. (Muss ich jetzt nicht mehr). Und die diversen Patches waren eh Pflicht. Wenn die Band mit der Kasse an dem Abend nicht zufrieden gewesen sein sollte – an mir hat es nicht gelegen.

Visigoth (USA)

Fazit

Unser zweiter Besuch auf dem Hell Over Hammaburg hat sich erneut gelohnt. Klasse Location, super Bands und trotz latenter Corona Gefahr beste Stimmung. Die ersten Bands für 2021 sind bestätigt. Der ganz große Kracher ist da noch nicht dabei. Wir nehmen das Festival trotzdem mal als Dauertermin in die Langfristplanung auf. Hoffentlich kommt es soweit. Immerhin wissen wir alle nicht, wie die Post-Corona-Metal-Welt in einem Jahr so aussieht…

Zuletzt ein Appell. Eigentlich überflüssig für einen Leser, der sich bis hier durchgekämpft hat aber: #supportthemetalunderground

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