Rock Hard Festival 2018 – unser Bericht

Rock Hard Festival 2018

Stille liegt über dem Amphitheater im Gelsenkirchener Nordsternpark als wir zum letzten Mal den Gang zu unserer Unterkunft antreten. Drei herausragende Tage beim Rock Hard Festival 2018 liegen da gerade hinter uns. Das Rock Hard Magazin hatte auch dieses Jahr wieder zum Tanz geladen und die Metal-Community war zahlreich in das Herz des Ruhrgebiets gepilgert, um dem Ruf zu folgen.


Das Rock Hard Festival ist mittlerweile eine Institution an Pfingsten und aus unserem Festivalkalender nicht mehr wegzudenken. Beste Stimmung, ein paar tausend Überzeugungstäter in und ohne Kutte, ein übersichtliches Gelände, das sich aber zu keinem Zeitpunkt überfüllt anfühlt, eine heimelige Atmosphäre und nicht zuletzt ein Spitzensound, der einen das jeweilige Konzert weitläufig genießen lässt, sind in der Summe ein unschlagbares Argument für einen Besuch.

Das Line-Up bietet traditionell etwas für jeden Geschmack…old school trifft auf new school, alte Haudegen wechseln sich mit vielversprechendem Nachwuchs ab. Setlist und Running Order haben  beim Rock Hard Festival in der Regel wenig mit einem ausgeklügeltem Mixtape zu tun. So spielt Retrorock gerne auch mal unmittelbar vor Black Metal.

Und, stört das? Keineswegs. Vielleicht ist das ein persönliches Erleben, aber wir finden, dass die drei Tage musikalisch echt entspannt ablaufen. Vor der Bühne oder auf den Steintreppen kann man die Festivalatmosphäre genießen, seinem eigenen Musikgeschmack frönen oder ihn sogar erweitern. Natürlich hatten wir in diesem Jahr auch wieder unsere Favoriten, haben aber genauso Bands für uns entdeckt, die wir vorher überhaupt nicht auf dem Zettel hatten.

Das Rock Hard ist eines der wenigen Festivals, bei denen wir nicht im Zelt schlafen. Zum einen ist der Campingplatz auf dem Festivalgelände stark begrenzt, zum anderen stehen in der Umgebung Hotels ebenso zur Verfügung wie eine gewisse Anzahl Ferienwohnungen. Die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel ist unproblematisch – zu Stoßzeiten darf man sich aber nicht über überfüllte Busse wundern. Wir konnten den Weg dieses Jahr ohne Probleme zu Fuß bewältigen und haben daher das Erlebnis Zeltplatz nicht so sehr vermisst.

Ist man dann endlich auf dem Festival, steht man zunächst im frei zugänglichen Bereich des Parks, in dem bereits Verpflegungs- und Einkaufsmöglichkeiten untergebracht sind. Ebenso steht hier das „Partyzelt“, das in diesem Jahr nicht mehr als Metalmarkt genutzt wurde – schade, aber offenbar rechnet sich das einfach nicht. Davon abgesehen gibt es genug Stände, bei denen man Platten, Patches und den ganzen anderen Kram kaufen kann.
An der entspannten Security vorbei betritt man das Innere des Festivals – mit Biergarten, innerer Fress- und Einkaufsmeile, dem offiziellen Merchstand und natürlich mit dem Amphitheater und der Bühne.

Aus Köln anreisend haben wir erstmal unsere Bude bezogen, dann auf die Suche nach Wegbier gemacht und sind dann Richtung Nordsternpark aufgebrochen, wo wir – das war zu dem Zeitpunkt bereits klar – den Festival-Opener wohl verpassen würden…

Rock Hard Festival 2018: Tag 1

Dawn of Disease

Die Band aus Osnabrück hat mit ihrem neuem Album „Ascension Gate“ tatsächlich kurz in die deutschen Charts reingeschnuppert. Das ist für eine Death Metal Band weitab vom Mainstream durchaus beachtlich. Die LP befindet sich in meiner Sammlung und hatte definitiv Interesse geweckt mir die Jungs live anzuhören. Aber  zweidrittel bei frontstager.de sind Death Metal „Kostverächter“, und dann war es am Ende so eine Art Mehrheitsentscheid, dass wir nicht hetzen um das Konzert zu sehen. Erwähnenswert ist der Gig trotzdem, weil wir die Ansage „Jetzt wird nochmal richtig schön geballert“, die uns bei Annäherung an das Amphitheater von weitem bereits entgegenschallte, sehr beeindruckend fanden. Dafür den Daumen nach oben.

Attic

Würde man Attic eine gewisse Nähe zu Mercyful Fate unterstellen, blickte man wohl bei der Band kaum in beleidigte Gesichter. Da es bei mir aber eine schwere Geburt war, bis Musik mit King Diamond am Mikro bei mir gezündet hat, gehören reminiszente Tributkapellen eigentlich nicht zu meinem Beuteschema. Zumal ich die Band letztes Jahr auf dem Headbangers Open Air gesehen habe und dann – wenig überraschend – nicht so angetan war. Aber so ist nun mal die Regel beim Rock Hard…gehört wird wer auftritt, denn was anderes gibt es nicht. Und siehe da, mit einem Bier in der Hand, der Sonne auf dem Pelz und dem Hintern auf den Steintreppen des Amphitheaters klang das auf einmal gar nicht schlecht. Im Gegenteil, wir nickten uns gegenseitig anerkennend zu, prosteten der Band einmal von fern auf ihren gelungenen Auftritt und verzogen uns erstmal an die Bar.

Dool

Es folgte für uns das erste echte Highlight des Festivals. Das Debütalbum Here Now, There Then ist ja Land rauf, Land runter hoch gelobt worden aber die wahre Stärke der Band liegt im Live Auftritt. Davon konnten wir uns letztes Jahr auf dem Sankt Hell Festival selbst überzeugen. Auch auf dem Rock Hard boten die Niederländer mit Frontfrau Ryanne van Dorst eine intensive und musikalisch beeindruckende Show. Die Performance auf der Bühne wirkte aber nicht so völlig homogen und synchron wie im Dezember in Hamburg, so dass das letzte Fünkchen Magie fehlte. Aber es war dennoch ein starker Auftritt.

Diamond Head

Urgestein des traditionellen Heavy Metal und Inspirationsquelle für unzählige, die nach ihnen kamen, ist diese Band bei vielen eher mittelbar durch das Metallica Cover ihres Songs Am I Evil bekannt. Das Diamond Head aber mehr sind, als Vorlagengeber, zeigte das Publikum, von dem sich große Teile äußerst textsicher im musikalischen Repertoire der Band zeigte. Wie viele andere in die Jahre gekommene Bands hat man sich auch bei Diamond Head auf diversen Positionen verjüngt, um weitermachen zu können. Das der gut bei Stimme befindliche Frontmann noch lange nicht geboren war, als Am I Evil auf die Welt losgelassen wurde, wirkt auf den ersten Blick befremdlich, schränkte ihnen aber keinesfalls dabei ein, diesen Song und den Rest der Setlist souverän und überzeugend darzubieten.

Tiamat

Damals – ist man heute geneigt zu sagen – als die Vermischung von Heavy Metal und Gothic Elementen noch etwas neues und innovatives war, taten sich Johan Englund und seine Band Tiamat für meine Begriffe als stilprägend hervor. Das Album Clouds, mit seiner düsteren Grundstimmung, lief damals in meinem Walkman rauf und runter. Der nicht zu überhörende Stilbruch zum Nachfolger Wildhoney war daher seinerzeit nicht sofort willkommen. Doch das deutlich freundlichere, atmosphärischere und mit Naturklängen durchzogene Album wusste stetig mehr zu gefallen und hatte diverse Highlights zu bieten, die es heute immer noch absolut hörenswert machen. An Clouds hat hingegen, so mein Eindruck nach dem durchhören, der Zahn der Zeit etwas genagt.

Lange Vorrede…Tiamat traten mit einer kombinierten Best-Of Setlist aus Clouds und Wildhoney auf. Da die Überzeugung früh reifte, dass das nicht geschmeidig zusammengeht und obendrein nicht zu erwarten war, dass sich auf der Bühne viel tut, nutzten wir die Zeit für eine Pause, Bier und Essen sowie Tiamat als Hintergrundbeschallung. Es waren dann tatsächlich ausschließlich die Wildhoney-Perlen, wie Whatever That Hurts die sich den Weg in die Gehörgänge bahnten und im Liegestuhl zum mitwippen einluden. Und die wurden zweifelsohne gut vorgetragen. Trotzdem Fazit: würde ich mir nicht explizit live anschauen sondern vermutlich mit Kopfhörern auf den Ohren einfach die LP abspielen.

Sodom

Im Nachhinein nicht ganz unerwartet aber mit Blick auf den Verlauf des ersten Tages dann doch überraschend verwandelte sich der Platz vor der Bühne in einen Hexenkessel. Sodom haben hier ihr Heimspiel und es schien, dass sich viele Festivalbesucher Körner aufgehoben hatten, um jetzt zum Headliner im Pit nochmal richtig Gas zu geben. Das neue Line-up unter Führung von Urgestein Tom Angelripper gab mit klassischen Songs den Takt vor, während die Menschen zum Oldschool-Teutonen-Thrash-Geballer und -Gebolze zu einer wabernde Masse verschmolzen. Das dabei keiner ernsthaft verletzt wurde grenzt an ein Wunder, spricht für alle Beteiligten, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass manch einer Blessuren davon getragen haben dürfte. Narben, die sicher mit Stolz getragen werden. Eine verirrte Seele auf Twitter suchte morgens immer noch seine Schuhe. Was bleibt ist ein starker Auftritt, der durch das Publikum dankbar angenommen wurde und der ein würdiges Ende für einen großartigen ersten Tag darstellte!

Rock Hard Festival 2018: Tag 2

Traitor

Es grenzt an ein biblisches Wunder aber trotz der Anstrengungen des ersten Tages schafften wir es zum zweiten Opener vor die Bühne. Traitor bieten launigen, old-schooligen Thrash den sie – bedenkt man die Menge Alkohol des Vortags und die Witterung – vor einer respektablen Menschenmenge vortragen dürften.

Rock Hard Festival Traitor

Nocturnal Rites

Nun stand also eine Portion schwedischer Power Metal auf dem Speiseplan. Nocturnal Rites sind seid Anfang der 90er aktiv und haben seit dem diverse Alben rausgebracht von denen, so die Annahme, wir eine Art Best-of dargeboten bekamen. Das war nicht schlecht aber auch nicht richtig gut. Was fehlte waren ein paar mitreißende Mitsing-Hymnen. So würde ich den Platz auf meinem Plattenteller immer an andere Vertreter des Genres auflegen, bevor ich mir Nocturnal Rites aus dem Regal zöge. Trotzdem, ansehen und anhören konnte man sich das natürlich.

The New Roses

Ich kann gar nicht so genau sagen, was die Jungs falsch gemacht haben aber der Eindruck auf dem Sankt Hell 2016 war so nachhaltig nicht unser Ding, dass ein aktives Konsumieren dieses Auftritts von vorne herein völlig ausgeschlossen war. Der Classic Rock den die Jungs spielen ist am Ende dann doch ein wenig zu seicht. Das war also eher wieder eine willkommene Pause.

Leatherwolf

Dieser Auftritt fiel definitiv in die Kategorie „Überraschung“. Ebenfalls eine Band, die es seit den 80er Jahren gibt, spielen Leatherwolf traditionellen Metal, dessen musikalische DNA auf jeden Fall den good-old-days des NWOBHN entstammt, obwohl es sich um eine US-Band handelt. Markenzeichen – und das lange bevor Maiden darauf zurückgriffen – ist ihr Triple Axe Attack, also das Spiel auf drei Gitarren. So läuft es halt manchmal. Ich könnte im Nachhinein nicht ein Lied nennen, was mir besonders gefallen hat oder das im Gehörgang hängen geblieben ist. Und trotzdem war das ein großartiges Konzert bei dem das Publikum, uns eingeschlossen, von Anfang bis Ende mitgezogen hat. Der Band hat die Aufmerksamkeit und der Zuspruch des Publikums sichtlich gefallen. Ansonsten hat auch diese Combo ein nennenswertes Altersgefälle. Auch hier sind junge Musiker mit eingestiegen, um den Namen fortführen zu können – mit Erfolg.

Cirith Ungol

Dieses Konzert lag uns besonders am Herzen. Die Legende sollte soweit bekannt sein. Klassische Epic Metal Band aus den 70er/80er Jahren…mit eigenwilligem Sound und Gesang. Jarvis Leatherby – heute besser als Frontmann und Bassist von Night Demon bekannt – überzeugt die Band sich zwanzig Jahre nach der Auflösung wieder zusammenzutun und wieder aufzutreten. Zum ersten Mal verschlägt es Cirith Ungol so auch nach Europa und eben auch auf die Bühne des Rock Hard Festival.
Vier Alben hat die Band, alle Kult schon aufgrund des Sword & Sorcery Artworks und nicht zuletzt aufgrund von Epic Metal Krachern wie Join the Legion, Black Machine und natürlich Frost and Fire. Frontmann Tim Baker kriegt seinen heulenden, teilweise schon fast kreischenden Gesang hin wie einst und an den Instrumenten unterstützen – institutionalisiert – Jarvis und – aushelfend – Armand von Night Demon den betagten Helden von einst. Wohl dem, der den Auftritt miterleben dürfte. Wer weiß schon, wie viele Gelegenheiten es dazu noch gibt!

Marduk

An dieser norwegischen Schwarzmetallkapelle scheiden sich vermutlich die Geister. Das ist aus musikalischer Perspektiv nicht verwunderlich, weil Marduk – getreu der inhaltlichen Inspiration des zweiten Weltkriegs, derer sie sich immer wieder bedienen, einen absolut straighten Blast Beat getrieben Sound wie eine anrollende Panzerdivision verwenden. Und das ist natürlich nicht jedermanns Sache. Aber zum Black Metal gehörte schon jeher eine ordentliche Prise Provokation, was je nachdem welches Zeichenvorrats man sich bedient, gerade in Deutschland eine enge Gratwanderung werden kann. Merchandise mit, nennen wir es mal martialisch geprägtem Look und der Aufschrift „Legion Deutschland“ ist zweifelsohne nicht wirklich problematisch aber halt wie die ganze Musik Geschmackssache. Ich höre gerne Marduk, stehe bei uns in der Truppe mit dieser Meinung aber alleine da. Deswegen hab ich mir den Auftritt aus der Ferne angeschaut, während der Rest die Bierpilze unsicher gemacht hat.

Axel Rudi Pell

Na das ist mal ein Konzert, das völlig an uns vorbei gegangen ist. Soweit ich mich erinnere, haben wir den Außenbereich des Festivals unsicher gemacht. Eigentlich stand dieser Auftritt auf unserer Liste – na ja, so läuft es halt manchmal. Kilkenny vom „Irish Pub“ und das im Partyzelt übertragene DFB-Pokalendspiel trugen wohl auch dazu bei. Vielleicht beim nächsten Mal.

Overkill

Das Rock Hard Festival bietet namhafte „klassische“ Headliner. Und so wie Sodom am Vorabend gehören Overkill mal sicher in diese Kategorie. Da gab es nur ein Problem…Thrash Metal im Allgemeinen und Overkill im Speziellen haben mich bis dato noch nie vom Hocker gerissen – aber hallo, das sollte sich an diesem Abend ändern. Aus meinen Augen war das eine magische Nacht für Bobby „Blitz“ und seine Mannen. Mit einer Setlist aus den ersten beiden Alben der mehr als 30 Jahre spannenden Diskografie, jüngst auch als Live Album veröffentlicht, zündete man das Amphitheater sprichwörtlich an. Ähnlich wie am Abend zuvor brodelte der Pit und gab die Energie, die die Band versprühte, dankbar wider. Der Effekt des Erlebten hallte noch nach, während wir zufrieden und beeindruckt abermals den Heimweg antraten.

Rock Hard Festival 2018: Tag 3

Thundermother

Waren es die Auswirkungen der vergangenen zwei Tage oder der Eindruck den wir letztes Jahr aus Wacken mitgenommen haben – es ließ sich nicht genug Motivation zusammenkratzen um den Auftritt der Damen wahrzunehmen. Trotzdem gebührt ihnen absoluter Respekt, denn nachdem sie in Gelsenkirchen die Sachen gepackt hatten, sind sie schnurstracks nach Husum gefahren, wo ich wohne, um dort – wie mein Taxifahrer später zu berichten wusste – richtig gut abzurocken.

Memoriam

Der Auftritt wäre auch noch fast einem ausgedehnten Frühstück beim Bäcker „aufm Weg“ zum Opfer gefallen. Aber hier fand die Basisdemokratie dann doch ihre Grenzen. Ja, Memoriam sind nicht Bolt Thrower aber irgendwie tragen sie doch das Erbe der Band in sich – nicht zuletzt aufgrund Frontmann Karl Willetts. Live kommt der Bolt Thrower Vibe definitiv besser durch als auf den Alben. Sei es drum…am Ende war es richtig guter Old School Death Metal. Und der wird, schenkt man dem guten Karl zum Ende seines Auftritt Glauben, nie sterben!

Night Demon

Hier hab es dann keine Diskussionen mehr. Wir lieben die Band und ihre Musik. Meine erste Live-Erfahrung war indes ausgerechnet der Auftritt beim Rock Hard Festival im letzten Jahr mit den Problemen am Einlass. Ich hatte anschließend Gelegenheit auf dem Headbangers Open Air mit Sänger Jarvis darüber zu sprechen. Seinerzeit war gerade die erneute Einladung des Rock Hard eingegangen um als erste Band zwei Jahre hintereinander zu spielen und diesmal mit besserem Slot. Nachdem wir sie auf der Rise of Chaos Tour mit Accept in Barcelona und Madrid gesehen hatten, waren wir auf die Setlist gespannt. Und dann ging die wilde Fahrt auch schon los. Wer Night Demon kennt, weiß, dass die Jungs – allen voran – Frontmann Jarvis nur Vollgas kennen. Mehr und mehr Bandshirts im Publikum und eine große Zahl textsicherer Menschen belegen die steigende Popularität der Band.

Die ersten beiden Songs wurden jetzt nicht übermäßig tight dargeboten aber dann hatten sich die Jungs wohl warmgespielt. Wir standen ganz vorne und konnten nicht sehen wie die Reaktion des restlichen Publikums war aber das Feedback, dass wir aus dem Rücken wahrnahmen und das, was später im Rockpalast Stream zu sehen war, lies den Schluß zu, dass wir nicht die einzigen waren, die Spaß hatten. Wehrmutstropfen: Darkness Remains Live und ausgerechnet bei dem Song gab es technische Probleme mit einer der beiden Gitarren. Als Profis haben die Jungs dennoch durchgezogen und das Stück zu Ende gebracht. Dann wurde gefixt und der Endspurt eingeläutet. Wieder mal ein klasse Konzert.

Später am Abend stießen wir mit den Jungs auf den gelungenen Auftritt an und vertagten uns spätestens auf Wacken…

Uli Jon Roth

Der Gitarrenvirtuose war mit seiner Band angetreten um ein Classic Scorpions Set zu spielen. Sowas kommt beim Publikum des Rock Hard eigentlich immer gut an. Das Highlight des Auftritts war aber zweifelsohne die Weigerung von Uli Jon Roth den nächsten Song anzuspielen bevor das den Nordsternpark kreuzende Partyschiff auf dem Rhein-Herne-Kanal von dannen gezogen war.

Coroner

Auch so eine wiederbelebte Thrash-Formation aus den 80er. Das schien einen gehörigen Teil des Publikums zu gefallen – bei uns verkam das zum Hintergrundgeräusch, während wir uns an der Schlange für die Night Demon Signing Session anstellten. Da blieb irgendwie nix hängen.

Rock Hard Festival 2018

Backyard Babies

Wir entschlossen uns diesen Auftritt ganz gemütlich von der Steintreppe aus anzuschauen – auf der Gegenseite zu unserem üblichen Plätzchen, damit der Sonnenbrand uns auch von der anderen Seite heimsuchen konnte. Soweit ich mich erinnere haben wir uns zwar den ganzen Auftritt angeschaut, aber das war irgendwie ein belangloses Konzert und wir rätseln immer noch, warum die Band so hoch auf der Running Order gelandet sind.

Armored Saint

Auch wieder eine renommierte Band aus den 80ern mit einem prägnanten zeitlichen Loch in der Diskographie. Die alten Alben gelten als metallisches Kulturgut, den neueren wurde immerhin positive Anerkennung zu teil. So richtig mitreissend war es dann aber nicht. Woran genau es gelegen hat, kann man im Detail wahrscheinlich gar nicht sagen.

Saxon

Es folgt der letzte Headliner und das letzte große Konzert des Rock Hard Festival 2018. Saxon waren angetreten das Publikum nochmal im Sturm zu erobern. Und genau das taten sie. Die Setlist fußte auf dem Material des neuen Albums und den Evergreens. Das neue Material kam gut an – persönlicher Favorit dieses Konzerts ist Thunderbolt. Und bei Klassikern wie Princess of the Night und Crusader gab es natürlich kein Halten mehr.

Man merkte der Band an, dass sie gerade eine Tour mit Judas Priest hinter sich hatten. Das wirkte alles extrem eingespielt. Frontmann Biff war gut bei Stimme und bei der Sache. Als ihm – wie üblich anscheinend – eine Kutte zugeworfen wurde, zog er sie an und trug sie bis zum Ende des Konzerts.

Was bleibt

Das Festival – so steht es jedenfalls zu vermuten – unterliegt sicherlich scharfen Auflagen der öffentlichen Hand bezüglich des Geräuschpegels, so dass spätestens um 23:00 Uhr Schluss ist.
Danach verläuft es sich auch recht schnell – das Geschehen weicht auf den Campingplatz aus oder in das Partyzelt. Nach Ende des Festivals zieht es auch bereits eine große Anzahl Richtung Heimat.
So gingen irgendwann auch für uns wieder Mal drei fantastische Festivaltage zu Ende. Die Festivalsaison 2018 ist damit offiziell eröffnet. Was nun das Rock Hard angeht. Wenn sich das irgendwie einrichten lässt, sind wir sicher auch wieder am Start. Und man kann nur jeden dazu einladen es uns gleich zu tun.

Share it and follow us: