Iced Earth im Schlachthof

Der Schlachthof Wiesbaden war Mittwochabend zwar nicht komplett gefüllt als dort die US-Power-Metal-Legende Iced Earth aufgespielt hat, doch die Stimmung war vor und auf der Bühne bestens: laut, kraftvoll und hopfig.

Iced Earth hat unserer Meinung nach mit dem neuen Album „Incorruptible“ einen echten Volltreffer gelandet…ganz nach unserem Geschmack. Verständlich also, dass sie die ganze Welt daran teilhaben lassen wollen und mit der Platte im Gepäck um den Globus touren. Neben unzähligen Veröffentlichungen blickt die Band auch auf eine turbulente Historie zurück: Kopf der Bande Job Schaffer hat seine Besetzung öfter gewechselt als so manch einer seine Unterwäsche. Seis drum, die aktuelle Aufstellung hat jedenfalls im Schlachthof ordentlich zugeschlagen und eine starke Vorstellung gegeben.

Vorab gab es starken Support: Die englische Band Metaprism sowie die deutsche Kombo Freedom Call haben die Fans in der Halle eingeheizt und auf Temperatur gebracht. Das gilt definitiv für Freedom Call, und wir behaupten das einfach mal für Metaprism. Da leider nur eine von fünf Theken im „Schlachter“ geöffnet war, und sich eine kilometerlange Bierschlange gebildet hat, ließ der erste Hopfensmoothie länger auf sich warten, als gedacht. Getreu dem Motto „Beer First, Music Follows“ konnten wir Metaprism zwar durch den Raumtrenner hören, haben aber nicht wirklich viel gesehen. Der Beilfall der Fans, der zu uns durchgedrungen war, lässt aber darauf schließen, dass der Melodic Metal gut angekommen ist.  Frisch gestärkt ging es dann aber zügig zu Freedom Call vor die Bühne. Die Nürnberger lieferten einen hervorragenden klassischen Heavy-Metal-Beitrag ab. Wir waren etwas voreingenommen, da wir die Band nur von Spotify kannten. Titel wie etwa „Metal Is For Everyone“ kommen von Platte doch etwas kitschig rüber. Live ist eben jener Titel aber ein absoluter Stimmungsbringer! Insgesamt sehr hammerfallig, würden wir sagen. Gegen halb zehn war dann auch für’s große Finale mit den US-Kult-Metallern angerichtet…Zeit für Iced Earth die Bühnenherrschaft zu übernehmen.

ICED EARTH am Drücker

Über die komplette Rückseite der giftgrün beleuchten Bühne erstreckte sich ein riesiges Backdrop. Dadurch ergab sich ein tolles Bühnenbild, angemessen für die Größe der Band – was ein schöner Anblick. Zwischen Sänger Stu Block und seinen Bandkollegen schossen immer wieder hohe Nebelsäulen in die angeheizte Luft. Währenddessen verschanzte sich Schlagzeuger Brent Smedley hinter seinem Drumset. Der massive Sound der Bassdrum rüttelte auch den letzten Zuschauer im Schlachthof wach, sodass sämtliche Fäuste fast durchgehend Richtung Hallendecke peitschten.

Die Setliste der Show (siehe unten) wurde dabei komplett durchgemischt. Einige Songs des aktuellen Albums „Incorruptible“ wurden vorgestellt, die  älteren Klassiker sind dabei aber nicht zu kurz gekommen. Ein dickes Lob geht an Frontmann Stu Block. Die Variabilität seiner Stimme ist wirklich beeindrucken. Der Kollege kann singen! Er klingt nicht nur auf der neuen Scheibe genauso klar wie kraftvoll, sondern beweißt auch live seine Gewalt am Mikro. Er meistert jede Tonlage, kann von aggressiven Titeln bis hin zu gefühlvollen Balladen alles singen, ohne dabei auch nur ansatzweise angestrengt zu wirken.

Alles in allem hat Iced Earth hier einen starken Auftritt hingelegt und das nicht nur für eingefleischte Fans, sondern auch für Iced-Earth-Newbies wie uns. Bis auf die zähfließende Thekensituation war auch das Erlebnis im Schlachthof positiv. Viele  nette Leute und Angestellte sowie eine sehr gute Anbindung zum Hauptbahnhof wollen wir hier nicht unerwähnt lassen – sicherlich nicht unsere letztes Konzert in Wiesbaden.

Vinyl für Aficionados

For your Information: Iced Earth verkauft auf der aktuellen Tour eine spezielle Edition der Incorruptible-LP mit Vinyl in transparent Orange. Gibts nur auf den Konzerten zu kaufen und ist auf 200 Stück limitiert (nur 100 davon werden in Europa verkauft, der Rest in den USA. Das lassen die Jungs sich gut bezahlen: 30 Euro kostet das Ding. Muss jeder selbst wissen, ob er 10 Euro draufzahlen möchte im vergleich zur normalen Vinyl in schwarz. Wir konnten nicht widerstehen 😉

Setlist:

  1. Great Heathen Army
  2. Burning Times
  3. Dystopia
  4. Black Flag
  5. Seven Headed Whore
  6. I Died for You
  7. Vengeance Is Mine
  8. Brothers
  9. Last December
  10. Raven Wing
  11. Prophecy
  12. Birth of the Wicked
  13. The Coming Curse
  14. Stormrider
  15. Angels Holocaust
  16. Travel in Stygian

Zugabe:

  1. Clear the Way
  2. Watching Over Me

 

 

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